Taschenfederkernmatratzen Test 2019

Jede dritte in deutschen Fachgeschäften und über Internet gekaufte Matratze ist eine Federkernmatratze. Obwohl es inzwischen zahlreiche Matratzen-Arten gibt, die ergonomischer konstruiert sind als sie, werden Federkernmatratzen auch heute noch gerne gekauft.

Allerdings greifen immer mehr Kunden zu Federkernmatratzen, die bessere Liege-Eigenschaften haben als die einfacheren Modelle.

Wer die Vorteile, die herkömmliche Matratzen mit Federkern bieten, mit besserem Liege-Komfort und ergonomisch gestalteten Liege-Zonen kombinieren möchte, findet mit der Taschenfederkernmatratze die geeignete Schlaf-Unterlage.

Was man beim Kauf von einer Taschenfederkernmatratze beachten sollte

Gründe dafür
  • Sehr atmungsaktiv
  • Feuchtigkeit wird sehr gut aufgenommen
  • Für Menschen mit Übergewicht geeignet
  • Rücken- und Bauchschläfer
  • Für Menschen welche eine härtere Schlaffläche bevorzugen
Gründe dagegen
  • Menschen die leicht frieren
  • Seitenschläfer
  • Allergiker

Hochwertige Taschenfederkernmatratzen sind oft Öko-Tex Standard 100 oder Blauer Engel zertifiziert und somit frei von Pestiziden, Schwermetallen, aromatischen Kohlenwasserstoffen, Formaldehyd und Styrol.

Allerdings hat die umweltschonende und gesundheitlich unbedenkliche Herstellungsart auch ihren Preis: Viele hochwertige Matratzen kosten zwischen 400 und 700 Euro, noch bessere sogar 1.000 Euro.

Wichtige Mindestkriterien für den Kauf der Taschenfederkernmatratze

  • Die Matratze sollte mindestens 5 Liegezonen haben (mehr ist nur Luxus)
  • Je mehr Füllung pro Quadratmeter verarbeitet worden ist – desto besser
  • Matratzenhöhe sollte mindestens 18 cm betragen

Da Taschenfederkernmatratzen meist sehr schwer sind, sollte man beim Kauf darauf achten, dass sie mehrere Schlaufen haben.

Denn nur auf diese Weise kann man die 26 kg Matratze später ausreichend belüften und wenden. Um die Lebensdauer seiner Matratze zu erhöhen, sollte man das alle 1 bis 2 Monate tun.

Man wendet die von ihrem Wasch-Bezug befreite Matratze vertikal und horizontal. Zuvor sollte sie mindestens eine halbe Stunde bei weit geöffnetem Fenster auslüften, damit die noch in der Matratze befindliche Rest-Feuchte verdunsten kann.

Zum Auslüften stellt man die Taschenfederkernmatratze am besten auf die Seite.

Modelle mit Sommer und Winterseite dürfen nur horizontal gewendet werden. Außerdem sollte man darauf achten, dass der Lattenrost nicht zu tief liegt, da die Matratze sonst nicht ausreichend von unten belüftet wird.

So kann man der Bildung von Schimmel unter der Matratze vorbeugen.

Aufbau und Eigenschaften von Taschenfederkernmatratzen

Das Feinpolster bildet wie bei anderen Matratzen auch die oberste und unterste Schicht. Bei Matratzen mit separater Sommer und Winterseite sind – der Jahreszeit entsprechend – jeweils andere Stoffe versteppt.

Die wärmende Winterseite hat einen festen Stepp-Bezug, in den ein Woll Vlies eingearbeitet ist. Es hält den Schläfer bei niedrigen Temperaturen warm und sorgt dafür, dass er kuschelig weich liegt.

Die Sommerseite ist mit einem Fein-Polster bezogen, das mit Seide, Baumwolle oder Mischgewebe versteppt ist und das seinen Körper bei Hitze angenehm kühlt.

Der Matratzen-Bezug nimmt die während des Schlafes abgesonderte Feuchtigkeit sofort auf und leitet sie in das Matratzen-Innere, von wo aus sie wieder an die Außenluft abgegeben wird.

Da Taschenfederkernmatratzen ausgesprochen atmungsaktiv sind, eignen sie sich hervorragend für Menschen, die nachts stark schwitzen. Ihre Oberflächentemperatur wird von der Körperwärme des Schlafenden nicht beeinflusst und fühlt sich immer schön kühl an.

Die hohe Luftzirkulation der Matratze sorgt für angenehme Kühlung unter der Bettdecke und einen erholsameren Schlaf. Wer jedoch bei kälterem Wetter schnell friert, wird die Wärme ableitende Matratzen-Oberfläche als weniger angenehm empfinden.

Taschenfederkernmatratzen sind wie normale Federkernmatratzen sehr form-stabil, ausgesprochen robust und außerdem langlebiger als anderen Matratzen-Arten – vorausgesetzt, man dreht und wendet sie häufig genug.

Wegen ihrer zusätzlichen, den Schlafkomfort steigernden Eigenschaften sind sie jedoch hochwertiger als herkömmliche Federkernmatratzen.

Die Anzahl der Liegezonen

Sie haben je nach Anzahl und Durchmesser der im Matratzen-Kern verbauten Druckfedern 3, 5, 7 oder sogar 9 unterschiedlich harte Komfort-Zonen.

Obwohl die meisten Hersteller raten, Matratzen mit 7 oder 9 Liegezonen zu kaufen, reichen 5 Komfort-Zonen normalerweise aus. Für ergonomisch gutes Liegen ist nicht die Anzahl der vorhandenen Zonen entscheidend, sondern eher, dass die Körperpartien genau auf den dafür vorgesehenen Liege-Zonen positioniert sind.

Geeignete Taschenfederkernmatratzen bieten sogar Patienten mit orthopädischen Problemen und alten und bettlägerigen Menschen eine optimale Stützung der Wirbelsäule: Die schweren Körperpartien sinken tiefer in die Matratze ein, die leichteren werden von den Druckfedern gestützt.

Ein Topper bietet auch hier seine Vorteile

Wer gerne weicher schläft, wird mit einer Taschenfederkernmatratze eher nicht zufrieden sein. Allerdings könnte man seine Taschenfederkernmatratze natürlich auch mit einem anschmiegsamen Topper aus Visco-Schaum kombinieren.

Taschenfederkernmatratzen sind wegen ihrer hohen Punktelastizität für alle Schlafpositionen geeignet. Außerdem sind sie ideal für Liegende mit starkem Übergewicht, da die Federn nicht so zusammengedrückt werden können, dass man den Lattenrost spürt.

Menschen mit leichtem Schlaf werden beim Verändern der Liegeposition nicht durch unangenehme Matratzengeräusche gestört. Das wird durch die Stoffummantelung der Federn verhindert.

Bei Matratzen dieses Typs ist jede Stahlfeder einzeln von einem Stoffsäckchen umhüllt. Die Druckfeder Reihen sind noch zusätzlich in ein Stoff-Vlies eingearbeitet, das die Vlies-Beutelchen miteinander verbindet.

Auf diese Weise entstehen Hohlräume, die für eine optimale Belüftung der Taschenfederkernmatratze sorgen.

Die unterschiedliche Härte

Höherwertige Taschenfederkernmatratzen haben etwa 500 Federn pro m2 solcher ummantelten Druckfedern. 

Zum Vergleich: Herkömmliche Federkernmatratzen kommen nur auf etwas mehr als 250 Federn.

Dabei fühlen sich 500 Federn deutlich härter an als nur 250 Federn. Doch mehr heißt nicht immer besser.

Wenn zu viel Federn verarbeitet werden, sind diese nicht mehr so fest, haben eine kürzere Lebensdauer und stützen den Körper nicht mehr optimal.

Die besten Matratzen haben daher 250-500 Federn pro m2.

Da die Druckfedern eng nebeneinander angeordnet sind, bieten Matratzen dieses Typs dem Schläfer eine höhere Punktelastizität, die durch mehrere Liege-Zonen noch zusätzlich optimiert wird: Die Matratze schmiegt sich dem Körper des Liegenden sanft an.

Schutz der Taschenfederkerne

Über und unter den Stahlfeder Reihen befindet sich eine Vlies Schicht aus Nadelfilz, Kokos, Sisal oder Kunststoff – der so genannte Polster-Träger.

Er darf nicht von Folie umschlossen sein, um die atmungsaktiven Eigenschaften der Matratze nicht zu hemmen. Bei weniger wertigen Matratzen ist das allerdings meist der Fall.

Bei RAL Matratzen sollte das Mindest-Flächengewicht des Nadelfilz Vlieses mindestens 700 g/m² betragen. RAL genormte Matratzen mit Kokos Polster-Träger sollten keinesfalls dünner als 500 g/m² sein, damit sich die Federn nicht in die über dem Vlies befindliche Grob-Polster-Schicht eindrücken und sie zerstören können.

Bei preisgünstigeren Modellen besteht das Grob-Polster über und unter dem Deck-Vlies aus offen porigem hoch elastischem Schaumstoff, bei höherwertigeren Matratzen aus Latex oder Kalt-Schaum.

Das Polster ist idealerweise mindestens 2,2 cm hoch. Seine Höhe und sein Raumgewicht sind für die Härte und Anpassungsfähigkeit der Taschenfederkernmatratze maßgebend.

Tipps zum Taschenfederkernmatratze kaufen

Allergiker sollten sich grundsätzlich keine Taschenfederkernmatratzen kaufen, da ihre offen porige atmungsaktive Oberfläche Hausstaubmilben eine ideale Lebensgrundlage bietet.

Staub, Haare und abgestorbene Hautpartikel haften gut auf der Matratzenoberfläche und gelangen über die Poren sogar in die Matratze hinein.

Wer allergisch auf Hausstaub reagiert und sich trotzdem eine solche Matratze kauft, sollte sie dann unbedingt zusammen mit einem Anti-Milben Encasing nutzen.

Wer beim Auspacken seiner neuen Taschenfederkernmatratze einen unangenehmen Geruch feststellt, sollte keinesfalls in Panik geraten und die Matratze umtauschen.

Die Ausdünstungen sind nicht gesundheitsschädlich und verschwinden meist nach mehreren Tagen. Dazu stellt man die Matratze einfach auf den Balkon. Normalerweise riechen Taschenfederkernmatratzen überhaupt nicht.

Bei manchen Modellen werden jedoch Polsterungen aus Kalt-Schaum oder Latex verwendet, die einen leicht chemischen Geruch verströmen.

Härtegrad

Matratzen-Hersteller teilen ihre Produkte in verschiedene Härtegrade ein. Je nach Anbieter sind das drei, fünf oder noch mehr Härtegrade, denen jeweils ein bestimmtes Körpergewicht zugeordnet ist.

Da H1 bei Hersteller A dem H1 des Herstellers B meist nicht entspricht, können die Härtegrade dem Kunden nur eine ungefähre Orientierung bieten.

Wichtiger ist, dass sich der Käufer später auf der Matratze wohlfühlt. Wer also übergewichtig ist, aber trotzdem lieber weich schläft, ist mit einer Taschenfederkernmatratze des Härtegrads H1 unter Umständen besser bedient als mit einer, die seinem Körpergewicht eher entspricht.

Raumgewicht

Hochwertige Taschenfederkernmatratzen haben ein Raumgewicht von mindestens 40 kg/m³ - was sie auch so schwer macht.

Wer eine Matratze unter RG40 kauft, muss damit rechnen, dass sich die Polsterung sehr schnell abnutzt und er sich nach einigen Jahren eine neue Matratze zulegen muss.

Langlebiger sind Taschenfederkernmatratzen mit einer Materialdichte von über 50.

Höhe

Für Matratzen dieses Typs gilt grundsätzlich dasselbe wie für andere Matratzenarten. Je schwerer der Liegende ist, desto höher sollte der Matratzen-Kern sein.

Wasch-Bezug

Die meisten Wasch-Bezüge bestehen aus einem Polyester-Baumwolle Gemisch oder doppeltem Jersey. Sie sind atmungsaktiv, elastisch und mit 60 Grad in der Waschmaschine zu reinigen.

Höherwertige Taschenfederkernmatratzen haben einen mit Reißverschluss versehenen abnehmbaren Bezug aus dem innovativen Material Lyocell (Tencel), das umweltschonend aus Zellulose gewonnen wird.

Gegen unangenehme Gerüche hilft ein Tencel Breeze Wasch-Bezug, der die Ausdünstungen schnell absorbiert. Normalerweise reicht es aus, den Wasch-Bezug alle drei Monate zu waschen.

Lattenrost

Wer sich eine Taschenfederkernmatratze gekauft hat, lagert sie am besten auf einem nicht verstellbaren einfachen Lattenrost. Trifft das Körpergewicht nicht mehr im 90 Grad Winkel auf die Matratze - wie es der Fall ist, wenn man den Lattenrost verstellt - bietet sie nur unzureichenden Liege-Komfort. Bei billigeren Modellen würden sich die Federn dann sogar durch die Polsterung bohren.

Fazit

Taschenfederkernmatratzen sind für viele Schläfer geeignet, sogar für alte Menschen und Personen, die ihr Bett nicht mehr verlassen können. Soll es unbedingt eine Federkernmatratze sein, sind Taschenfederkernmatratzen auf jeden Fall die bessere Lösung, auch wenn man dafür mehr bezahlen muss.

Stefan Binder
 

Angefangen hat alles mit der Suche nach der passenden Matratze für meine Frau und mich. Danach auch für meine Kinder. Das erforderte sehr viel Aufwand, um zu allen Informationen zu gelangen, denn jeder Hersteller erzählt dir etwas anderes. Doch nach unzähligen probierten Matratzen und Stunden der Weiterbildung, haben wir uns ein riesiges Wissen rund um die passende Matratze, Lattenroste, Zubehör und weitere Gadgets aufgebaut. Und genau dieses Wissen teilen wir mit DIR!

>